
Arun Hackenberger
ist seit über 15 Jahren in der Bildungsarbeit aktiv. Er ist Lernbegleiter und Schulleiter an der freien Montessorischule Eberswalde, Gastdozent an der Hochschule für Nachhaltige Entwicklung Eberswalde und selbstständiger Trainer. Arun ist Mitgründer von „Jularun-Seminare“.
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Warum ich in der Bildungsarbeit tätig bin
Lernen hat mich schon immer fasziniert – besonders dann, wenn es nicht nur um Wissenserwerb geht, sondern um gemeinsame Entwicklung und wirkliches Verstehen. Bildung verstehe ich als einen Raum, in dem Menschen wachsen können, eigene Stärken entdecken und miteinander in den Austausch kommen. Für mich geht es darum, Wege aufzuzeigen, wie Lernen sinnvoll und bereichernd gestaltet werden kann – für jeden Einzelnen und im Hinblick auf eine nachhaltige Zukunft.
Wie ich zu meiner Arbeit gekommen bin
Mein Einstieg in die Bildungsarbeit war geprägt von Zufällen und inspirierenden Erfahrungen. Während meines Geographiestudiums absolvierte ich ein Praktikum beim Unabhängigen Institut für Umweltfragen in Berlin. Dort war ich an der Entwicklung von Unterrichtsmaterialien zur Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) beteiligt und durfte Schulungen für Lehrkräfte mitgestalten. Diese ersten Schritte haben mir gezeigt, wie spannend und wirkungsvoll Bildungsarbeit sein kann.
Ein prägender Moment folgte einige Jahre später, als ich als Kinderbetreuung für meinen erst wenige Monate alten Sohn häufiger mit zu Seminaren des ASA-Programms gefahren bin. Die offene Lernatmosphäre und die Professionalität der Teilnehmenden beeindruckten mich sehr. Besonders ein Workshop zur Gestaltung von Seminaren hinterließ bei mir den Gedanken: „Das will ich auch machen!“ Diese Idee hat mich seitdem begleitet.
Wie ich meinen Weg gestaltet habe
Mit diesem Antrieb begann ich, mich aktiv in der Bildungsarbeit zu engagieren. Zunächst ehrenamtlich bei FairBindung e.V., wo ich mit Freunden den Verein aufbaute und im weiteren Verlauf Projekte koordinierte. Später kamen weitere Erfahrungen hinzu: Workshops in Schulen und Kindergärten, Fortbildungen für Lehrkräfte und Multiplikator:innen sowie Seminare für junge Erwachsene. Weitere wichtige Stationen waren die mehrjährige Projektarbeit bei der Kontaktstelle für Umwelt und Entwicklung e.V., oder mein erstes Seminar an der TU Berlin 2015, das meinen Einstieg in die Hochschullehre markierte.
Neben der Praxis suchte ich immer auch nach Möglichkeiten, meine methodischen Fähigkeiten weiterzuentwickeln. Besonders die Themenzentrierte Interaktion (TZI) hat mich dabei geprägt. Dieses Handlungskonzept, das Gruppenprozesse und die Balance zwischen Aufgaben, Menschen und Kontext in den Mittelpunkt stellt, bildet bis heute eine wichtige Grundlage meiner Arbeit.
Nach meinem Umzug nach Eberswalde begann ich an der Freien Montessorischule zunächst als Lernbegleiter zu arbeiten. Ein Jahr später übernahm ich 2018 die Schulleitung, eine Aufgabe, bei der ich meine bisherigen Erfahrungen in einer neuen Rolle einbringen konnte und Neuen Herausforderungen begegnet bin.
Was ich heute mache
Heute bin ich Lernbegleiter und Schulleiter an der Montessorischule, Gastdozent an der Hochschule für Nachhaltige Entwicklung Eberswalde und arbeite als selbstständiger Trainer. Mein Fokus liegt darauf, Lernräume zu schaffen, in denen Menschen sich gegenseitig unterstützen, voneinander lernen und ihre individuellen Wege gehen können.
Es ist mir wichtig, dass Lernen lebendig bleibt und dass alle Beteiligten sich wertgeschätzt fühlen. Jede:r bringt eigene Stärken, Interessen und Perspektiven mit – das miteinander in Verbindung zu setzen und zu integrieren macht Lernen für mich so spannend und bereichernd.

Jula Fußhoeller
ist seit 12 Jahren in der Bildungsarbeit aktiv. Sie bundesweit als Theaterpädagogin mit Schwerpunkt junge Erwachsenenarbeit und als Schauspielerin mit Schwerpunkt Kindertheater und als selbstständige Trainerin unterwegs. Jula ist Mitgründerin von „Jularun-Seminare“.
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Warum ich in der Bildungsarbeit tätig bin
Ich sehe Bildung als eine Möglichkeit, mit der Menschen ihre Potenziale entdecken, Neugierde entwickeln und sich als Menschen begegnen können. Dabei ist mir wichtig, Lernprozesse so zu gestalten, dass sie Freude machen und nachhaltig wirken. Schon in meiner Schulzeit habe ich gemerkt, dass das lange Sitzen und Zuhören nicht meiner natürlichen Lernfreude entsprach. Vor allem durch den Sport- und Theaterunterricht entdeckte ich, dass Lernen über Bewegung, Erleben und Spiel nicht nur effektiver, sondern auch inspirierender sein kann. Diese Erfahrung prägt mich bis heute, denn: Lernen macht Spaß!
Wie ich zu meiner Arbeit gekommen bin
Mein Weg in die Bildungsarbeit begann mit einem einjährigen Freiwilligendienst in Südafrika. Dort habe ich erlebt, wie wirkungsvoll theaterpädagogische Methoden sein können, um Menschen zu erreichen und komplexe Themen erfahrbar zu machen. Diese Erfahrung hat mich tief beeindruckt und meinen weiteren Weg geprägt.
Zurück in Deutschland entschied ich mich für ein Studium der Theaterpädagogik an der Theater Akademie Stuttgart. Parallel dazu absolvierte ich die eFeF-Fortbildungsreihe zum Globalen Lernen. In dieser Zeit entdeckte ich die wertvolle Verbindung von Kunst, Bildung und sozialem Engagement. Besonders fasziniert hat mich dabei, wie sehr unsere Lernprozesse von denjenigen geprägt werden, die uns begleiten – von Lehrer:innen, Mentor:innen und Kolleg:innen.
Wie ich meinen Weg gestaltet habe
Mein beruflicher Werdegang war von einem stetigen Perspektivwechsel geprägt: selbst auf der Bühne stehen, angeleitet werden, Gruppen leiten und Menschen in ihren Lernprozessen begleiten. Diese unterschiedlichen Rollen haben mir geholfen, ein tiefes Verständnis für die Menschen zu entwickeln, mit denen ich arbeite.
Ich sammelte erste Erfahrungen an verschiedenen theaterpädagogischen Zentren, gab Theaterworkshops und Seminare an Schulen, Kindergärten, Laiengruppen, Spielclubs und fokussierte mich nach und nach auf die junge Erwachsenenbildung mit FSJ/BFD Gruppen und nationalen sowie internationalen Gruppen aus dem weltwärts-Kontext mit verschiedenen Oragnisationen.
Gleichzeitig blieb ich auch künstlerisch aktiv: Zwei Jahre lang tourte ich mit dem Großpuppenprojekt DUNDU um die Welt. Danach schloss ich mich dem Ensemble von theater mimikri an, mit dem ich bis heute in verschiedenen Rollen bundesweit unterwegs bin.
Was ich heute mache
Heute arbeite ich als freischaffende Theatermacherin mit zwei zentralen Schwerpunkten: Zum einen als Schauspielerin, zum anderen als Theaterpädagogin und Trainerin in der jungen Erwachsenenbildung.
In meiner theaterpädagogischen Arbeit spielen immer wieder die Methoden von Augusto Boal, insbesondere das „Theater der Unterdrückten“, eine wichtige Rolle. Gleichzeitig beschäftige ich mich zunehmend mit der Frage, wie wir achtsamer und gesünder mit unserem Körper umgehen können, ohne ihn zu manipulieren und unser System zu stören. Dabei bin ich zunächst auf das Lichtenberger Institut für Stimmphysiologie und dann auf die Unfold Method gestoßen, die auf der Alexandertechnik basiert. Mein Wunsch ist es diese Ansätze nach und nach in meine Seminararbeit und mein künstlerisches schaffen zu integrieren. Denn für mich bleibt Lernen ein lebenslanger, lebendiger Prozess, der immer wieder neue Wege und Möglichkeiten eröffnet.
Mehr über mich: http://www.juliafusshoeller.de

Ein gemeinsamer Weg
Kennengelernt haben wir uns bei eFeF: Arun war Teil des Teams und Jula war als ehemalige Teilnehmerin mit einer Theaterperformance beim Auftaktseminar der Fortbildungsreihe dabei. Nachdem Jula begann, selbst einen Workshop auf dem Seminar anzubieten, standen wir eines Abends gemeinsam mit unserer Seminarleiterin Clémence nebeneinander. Arun fragte Jula irgendwann: „Warum bist du eigentlich nicht im Team?“ Jula blickte zu Clémence, wiederholte die Frage – und seitdem ist sie dabei. Während eines gemeinsamen Workshops zum Projektmanagement begannen wir aus einer Laune heraus, eine eigene Projektidee zu spinnen. Was zunächst scherzhaft begann, entwickelte sich schnell zu einem ernsthaften Vorhaben. Wir probierten einige Ansätze auf anderen Seminaren aus und beschlossen, ein „Train the Trainer“-Seminar zu konzipieren. Das Glück war dann auf unserer Seite: Innerhalb der Fortbildungsreihe wurde die Leitung für ein Seminar frei, das perfekt zu unserer Idee passte. Ohne lange zu überlegen, sagten wir zu. Seit vielen Jahren arbeiten wir nun in verschiedenen Workshops zusammen, begleiten Teilnehmende bei der Ideenfindung und Umsetzung ihrer Bildungsprojekte und leiten weiterhin das Train the Trainer Seminar. Daneben unterstützen wir uns in unseren jeweiligen Seminar- und Arbeitskontexten, tauschen uns bei neuen Formatentwicklungen aus und haben sogar manchmal noch das Glück, genügend Zeit zu finden, um neue eigene Projekte zu spinnen. So entstand die Idee, einen Schritt weiter zu gehen und unsere Erfahrung und Expertise in gemeinsamen Formaten auf einer Website zu veröffentlichen…
